Onepager oder Mehrseiter?
Diese Frage wird meist wie eine Designfrage behandelt. Sie ist keine. Sie entscheidet sich daran, für wie viele unterschiedliche Suchanfragen du gefunden werden willst — und wie viel Text du dauerhaft pflegen kannst.
- Die Faustregel
- Eine eigene Seite pro Suchabsicht, für die du ernsthaft ranken willst
- Onepager passt
- Bei einem zusammenhängenden Angebot, einer Zielgruppe, einem Ort
- Mehrseiter nötig
- Ab etwa fünf klar trennbaren Leistungen oder mehreren echten Standorten
- Preis der Größe
- Je zusätzlicher Seite 2–4 Stunden Text — und zwar dauerhaft, nicht einmalig
Die eine Regel, die die Entscheidung trägt
Google ordnet Suchanfragen einzelnen Adressen zu, nicht ganzen Websites. Jede Adresse hat genau einen Titel, eine Beschreibung und eine Hauptüberschrift. Daraus folgt eine simple Faustregel: Pro Suchabsicht, für die du ernsthaft ranken willst, brauchst du eine eigene Seite.
Alles andere — Ladezeit, Optik, Bedienbarkeit, Wirkung auf dem Handy — ist für diese Entscheidung zweitrangig, weil beide Bauformen darin gleich gut sein können. Ein sauber gebauter Onepager lädt schneller als ein aufgeblähter Mehrseiter, und ein durchdachter Mehrseiter führt besser als ein Onepager mit vierzehn Abschnitten.
Umgekehrt gilt die Regel genauso: Zwei Seiten für dieselbe Suchabsicht schaden. Sie konkurrieren miteinander, teilen sich die eingehenden Links und zwingen Google zu einer Entscheidung, die du selbst hättest treffen sollen. Im Fachjargon heißt das Keyword-Kannibalisierung; praktisch heißt es, dass keine der beiden Seiten richtig vorn landet.
Bevor du also über Aufbau nachdenkst, schreib auf, wonach deine Kundschaft tatsächlich sucht. Nicht, wie du deine Leistungen nennst — sondern die Wörter, die jemand eintippt, der dein Angebot noch nicht kennt. Diese Liste beantwortet die Frage nach der Seitenzahl fast von allein.
Ein Elektrobetrieb mit sechs Themen
Nehmen wir einen Betrieb, der für „Wallbox installieren“, „Zählerschrank erneuern“, „Photovoltaik anschließen“, „Elektro-Notdienst“, „E-Check“ und „Smart Home“ gefunden werden will, jeweils mit Ortsbezug.
Auf einer Seite konkurrieren diese sechs Themen um denselben Titel. Der Titel kann „Elektriker in Dormagen“ lauten — dann passt er zu keiner der sechs Suchen genau. Oder er kann „Wallbox Installation Dormagen“ lauten — dann passt er zu einer und schließt fünf aus.
Mit sechs Unterseiten bekommt jedes Thema seinen eigenen Titel, seine eigene Überschrift und 400 bis 800 Wörter, die genau diese eine Frage beantworten. Die Wallbox-Seite erklärt Anmeldung beim Netzbetreiber, Leitungswege, Förderung und typische Kosten. Die Notdienst-Seite nennt Erreichbarkeit, Anfahrtszeit und Wochenendzuschlag. Das sind zwei völlig verschiedene Texte für zwei völlig verschiedene Menschen.
Der Preis dafür steht in der zweiten Zeile der Rechnung: Sechs Seiten bedeuten sechs Texte, die geschrieben, geprüft und aktuell gehalten werden müssen. Wer diese Arbeit nicht leisten kann oder will, fährt mit einer guten Seite besser als mit sechs halben.
- Onepage
- 1 Titel für 6 Themen
- Mehrseiter
- 6 Titel für 6 Themen
- Schreibaufwand
- je Seite 2–4 Stunden
Was sich mit der Bauform tatsächlich ändert
Nur die Zeilen, in denen es einen echten Unterschied gibt. Bei Ladezeit, Optik und Bedienbarkeit gibt es keinen — der hängt an der Umsetzung, nicht an der Bauform.
| Kriterium | Onepager | Mehrseiter |
|---|---|---|
| Suchbegriffe | Ein Hauptbegriff plus Umfeld | Ein eigener Begriff je Unterseite |
| Pflegeaufwand | Ein Text, den man in einer Stunde durchsieht | Wächst linear mit der Seitenzahl |
| Aufbaukosten | Niedrig, weil ein Entwurf reicht | Höher, vor allem durch die Texte |
| Leserführung | Von oben nach unten, ein Weg | Über Navigation, viele Wege |
| Werbeanzeigen | Eine Zielseite für alles | Passende Zielseite je Anzeige |
| Auswertung | Schwer zu trennen, wer weshalb kam | Sauber messbar pro Thema |
| Erweiterbarkeit | Bis etwa acht Abschnitte gut | Praktisch unbegrenzt |
Aus der Tabelle folgt keine Empfehlung, sondern eine Frage: Willst du für mehrere Suchanfragen gefunden werden, und hast du für jede etwas Eigenes zu sagen? Nur wenn beide Antworten Ja lauten, lohnt der Mehrseiter.
Woran du erkennst, was zu dir passt
Onepager reicht
- Deine Kundschaft findet dich über Namen, Empfehlung oder Kartendienst
- Ein zusammenhängendes Angebot, eine Zielgruppe, ein Ort
- Du willst wenig Pflegeaufwand und schnell fertig sein
- Der Wettbewerb in deiner Region ist überschaubar
- Du hast für die einzelnen Leistungen jeweils nur wenige Sätze
Mehrseiter ist nötig
- Suchmaschinen sollen deine Hauptquelle für Neukundschaft werden
- Mehr als fünf klar unterscheidbare Leistungen
- Mehrere echte Standorte oder Einsatzgebiete mit eigenem Profil
- Du willst regelmäßig Fachbeiträge veröffentlichen
- Du schaltest Anzeigen und brauchst passende Zielseiten
Wie ein Onepager aufgebaut sein muss, damit er funktioniert
Eine Seite zu haben ist die eine Hälfte, die Reihenfolge die andere. Der häufigste Fehler bei Onepagern ist nicht die Bauform, sondern die Dramaturgie: Erst kommt die Firmengeschichte, dann die Philosophie, und die Telefonnummer steht ganz unten. Wer so baut, verliert die Hälfte der Besucher, bevor sie den Grund ihres Besuchs gefunden haben.
Diese Reihenfolge hat sich bewährt, weil sie den Fragen des Besuchers folgt statt der Logik des Betriebs:
- Was du machst, für wen, wo — ganz oben, in einem Satz. Nicht als Slogan, sondern als Aussage.
- Der schnellste Weg zum Kontakt — Telefonnummer zum Antippen, direkt im ersten Bildschirm.
- Leistungen — drei bis sechs Blöcke, jeweils zwei Sätze. Wer mehr braucht, braucht Unterseiten.
- Belege — Bewertungen, Referenzen, Bilder echter Arbeiten. Hier entscheidet sich Vertrauen.
- Ablauf — was passiert, wenn jemand anruft. Nimmt die häufigste unausgesprochene Sorge.
- Über den Betrieb — jetzt darf die Geschichte kommen, mit Gesicht und Namen.
- Praktisches — Öffnungszeiten, Anfahrt, Parken, Einsatzgebiet.
- Kontakt — Formular und Nummer noch einmal, damit niemand zurückscrollen muss.
Acht Abschnitte sind für die meisten Betriebe die Obergrenze. Wer den neunten braucht, hat entweder einen Abschnitt zu viel oder eine Unterseite zu wenig — und sollte bei dieser Gelegenheit prüfen, ob nicht doch ein Mehrseiter fällig ist.
Der Fehler, den man mit Mehrseitern macht
Wer sich für mehrere Seiten entscheidet, produziert oft genau die Sorte Seiten, die schadet: dieselbe Vorlage, in der nur der Ortsname getauscht wurde. „Elektriker Dormagen“, „Elektriker Neuss“, „Elektriker Grevenbroich“ — dreißigmal derselbe Text mit ausgetauschtem Stadtnamen.
Solche Brückenseiten sind für Google seit Jahren erkennbar und werten den gesamten Auftritt ab, nicht nur die betroffenen Adressen. Eine Standortseite ist nur dann berechtigt, wenn sie etwas Eigenes zu sagen hat: eine reale Niederlassung, ein Team vor Ort, abgeschlossene Projekte in dieser Stadt, andere Anfahrtszeiten oder andere Zuständigkeiten beim Netzbetreiber. Fällt dir zu einer Stadt nichts Eigenes ein, gehört sie in einen Satz auf der Hauptseite.
Dieselbe Regel gilt für Leistungsseiten. Eine Seite über Wallbox-Installation, die aus umformulierten Allgemeinplätzen besteht, bringt nichts außer Pflegeaufwand. Eine, die Anmeldung beim Netzbetreiber, Leitungswege, Fördermittel und typische Kosten erklärt, bringt Anfragen — weil sie die Fragen beantwortet, die jemand vor dem Anruf hat.
Als Prüfung genügt ein Satz: Könnte dieser Text unverändert auf der Seite eines Wettbewerbers stehen? Wenn ja, ist er keine eigene Seite wert.
Vom Onepager zum Mehrseiter — ohne alles neu zu bauen
Die meisten Betriebe müssen sich nicht einmalig entscheiden. Sie fangen klein an und bauen aus, wenn es sich lohnt.
- Monat 1
Mit einer Seite starten
Alles Wichtige auf einer Adresse, sauber gegliedert, mit Ortsbezug. Sie ist sofort vollständig und beantwortet die Standardfragen — das schlägt jede halbfertige Struktur aus zehn Unterseiten.
- Monat 3 bis 6
Beobachten, wonach gesucht wird
In der Google Search Console siehst du kostenlos, mit welchen Wörtern Menschen auf deiner Seite landen. Diese Liste ist die ehrlichste Themenplanung, die du bekommen kannst.
- Ab Monat 6
Die erste Unterseite schreiben
Nimm den Suchbegriff mit den meisten Aufrufen und der schlechtesten Position. Gib ihm eine eigene Adresse, 500 bis 800 Wörter und einen eigenen Titel — und verlink sie aus dem passenden Abschnitt der Hauptseite.
- Danach
Nachziehen statt vorbauen
Jede weitere Seite entsteht aus einer beobachteten Nachfrage, nicht aus einem Plan. So wächst der Auftritt in dem Tempo, in dem du ihn auch pflegen kannst — und keine Seite steht leer herum.
Wichtig beim Ausbau: Die Inhalte, die auf eine neue Unterseite wandern, gehören auf der Hauptseite gekürzt. Sonst stehen sie zweimal da und machen sich gegenseitig Konkurrenz.
Fragen zum Aufbau
Ist ein Onepager schlecht für Google?
Nein. Ein Onepager rankt für seinen Hauptbegriff genauso gut wie eine Startseite mit Unterseiten. Er rankt nur nicht zusätzlich für fünf weitere Themen, weil es dafür keine eigenen Adressen gibt. Der Nachteil ist Breite, nicht Qualität.
Wie lang darf ein Onepager sein?
So lang, wie er Fragen beantwortet — mit einer praktischen Grenze bei etwa acht Abschnitten oder 1.500 Wörtern. Darüber hinaus finden Besucher auf dem Handy nichts mehr wieder, und die Abschnitte fangen an, sich gegenseitig zu verwässern.
Zählen die Abschnitte eines Onepagers als eigene Seiten?
Nein. Sprungmarken wie #leistungen sind für Google Teile derselben Adresse. Google kann einen Abschnitt im Suchergebnis hervorheben und direkt dorthin springen, aber der Titel und die Beschreibung bleiben für die gesamte Seite dieselben.
Kann ich später von einem Onepager auf mehrere Seiten wechseln?
Ja, und es ist weniger Arbeit, als es klingt. Die Inhalte sind ja bereits geschrieben. Wichtig ist nur, die alte Adresse zu behalten und neue Unterseiten sauber zu verlinken — dann bleibt die aufgebaute Sichtbarkeit erhalten.
Was ist mit Impressum und Datenschutz bei einem Onepager?
Die gehören immer auf eigene Adressen, auch bei einem Onepager. Als Abschnitt weiter unten auf derselben Seite erfüllen sie die Anforderung an leichte Erkennbarkeit und unmittelbare Erreichbarkeit nicht zuverlässig.
Onepager? Dann sieh ihn dir an
Der Konfigurator baut genau die Bauform, um die es hier geht — mit deinen Abschnitten, in deiner Reihenfolge. Ansehen kostet nichts.