Ratgeber · Lokale Suche

Das Google-Unternehmensprofil

Für lokale Betriebe ist es das wirksamste kostenlose Werkzeug überhaupt — und gleichzeitig das am häufigsten halb ausgefüllte. Diese Anleitung geht die Punkte durch, die tatsächlich einen Unterschied machen, und lässt die weg, die nur Zeit kosten.

Redaktion SeitenwirkungZuletzt geprüft am 1. August 20268 Minuten Lesezeit

Kostenlos einzurichten20 Minuten GrundeinrichtungMit Bewertungsstrategie
Kosten
Dauerhaft 0 € — es gibt keine kostenpflichtige Variante
Aufwand
20 Minuten Grundeinrichtung, danach etwa 10 Minuten im Monat
Größter Hebel
Die Hauptkategorie — sie entscheidet, bei welchen Suchen du auftauchst
Bewertungen
Anzahl und Aktualität wiegen schwerer als der Durchschnittswert

Was das Profil ist und was es nicht ist

Das Google-Unternehmensprofil ist der Eintrag, der rechts neben den Suchergebnissen und in Google Maps erscheint: Name, Adresse, Öffnungszeiten, Fotos, Bewertungen, Telefonnummer. Es ist kostenlos, in 20 Minuten angelegt — und es gehört Google, nicht dir.

Genau darin liegt der Grund, warum es die Website nicht ersetzt. Das Profil ist dein Schaufenster in einem fremden Kaufhaus: gut sichtbar, aber nach fremden Regeln, jederzeit änderbar und ohne Anspruch auf Bestand. Deine Website ist der Laden, der dir gehört. Beides zusammen ergibt lokale Sichtbarkeit; einzeln bleibt jeweils die Hälfte liegen.

Umgekehrt ersetzt die Website das Profil ebenso wenig. Bei Suchen mit örtlichem Bezug steht die Kartenbox über allen normalen Ergebnissen. Wer dort fehlt, steht unterhalb von drei Wettbewerbern, selbst wenn seine Seite besser ist.

Einrichtung

In vier Schritten zum vollständigen Profil

SCHRITT 01

Anlegen oder übernehmen

Zuerst prüfen, ob es schon einen Eintrag gibt — Google legt Einträge auch ohne Zutun an. Existiert einer, wird er übernommen statt neu erstellt, sonst gibt es zwei Profile mit geteilten Bewertungen.

SCHRITT 02

Bestätigen lassen

Je nach Branche per Video, Telefon, E-Mail oder Postkarte. Bis zur Freischaltung kann das Profil bereits gepflegt werden, sichtbar wird es erst danach.

SCHRITT 03

Vollständig ausfüllen

Kategorie, Leistungen, Öffnungszeiten inklusive Feiertagen, Website-Adresse, Beschreibung, Zahlungsarten, Barrierefreiheit. Jedes leere Feld ist verschenkte Sichtbarkeit.

SCHRITT 04

Echte Fotos hochladen

Außenansicht, Innenraum, Team, Arbeitsergebnisse. Zehn echte Fotos wirken stärker als jede Feinarbeit an der Beschreibung.

Freischaltung

Die Bestätigungswege und wie lange sie dauern

Welchen Weg Google anbietet, hängt von Branche, Rechtsform und Region ab — aussuchen kannst du es dir meist nicht.

Übliche Wege zur Bestätigung eines Unternehmensprofils
WegDauerWorauf zu achten ist
Video1–7 TageEin durchgehender Clip: Umgebung, Schild, Innenraum, Werkzeug, dann du selbst
Telefon oder SMSsofortNur unter der Nummer, die im Profil steht
E-Mailsofort bis 1 TagNur an eine Adresse auf deiner eigenen Domain
Postkarte5–14 TageCode fünf Wochen gültig; kommt nichts an, kann neu angefordert werden
SofortbestätigungsofortNur, wenn die Domain bereits in der Search Console bestätigt ist

Die Videobestätigung wird häufiger verlangt als früher und scheitert meist an einem Detail: Der Clip darf nicht geschnitten sein und muss den Zusammenhang zwischen Standort, Schild und Person in einem Stück zeigen.

Die Kategorie ist die wichtigste Einstellung des ganzen Profils

Keine andere Angabe entscheidet so stark darüber, bei welchen Suchen du überhaupt in Frage kommst. Die Hauptkategorie ist für Google die Antwort auf die Frage „Was ist dieser Betrieb?“ — und für diese eine Kategorie wirst du bevorzugt ausgespielt.

Drei Regeln, die in der Praxis den Unterschied machen:

  • Die Hauptkategorie so spezifisch wie möglich wählen. „Elektriker“ ist besser als „Handwerker“. „Barbershop“ ist besser als „Friseursalon“, wenn du überwiegend Herren bedienst. Zu allgemeine Kategorien konkurrieren mit hunderten Betrieben, spezifische mit fünf.
  • Nebenkategorien sparsam einsetzen. Zwei bis vier ergänzende Kategorien sind sinnvoll, zehn verwässern das Profil. Nimm nur auf, was du wirklich anbietest — jede Kategorie kann Anfragen auslösen, die du dann ablehnen musst.
  • Nachträglich ändern ist erlaubt, aber nicht folgenlos. Nach einem Kategoriewechsel schwanken die Platzierungen oft zwei bis vier Wochen. Wechsle deshalb nicht probeweise hin und her, sondern entscheide einmal begründet.

Ein einfacher Test: Such nach der Leistung, mit der du dein Geld verdienst, und sieh dir die drei Betriebe in der Kartenbox an. Ihre Hauptkategorien stehen unter dem Namen — und wenn dort durchgehend eine andere steht als bei dir, hast du den Grund gefunden.

Vollständigkeit

Die Felder, die tatsächlich Wirkung haben

Ein vollständiges Profil wird häufiger ausgespielt als ein halbes. Diese Felder lohnen die Mühe — der Rest ist optional.

Muss stehen

  • Name exakt so wie am Schild — ohne angehängte Suchbegriffe
  • Hauptkategorie, so spezifisch wie möglich
  • Vollständige Adresse oder ein sauber abgegrenztes Einsatzgebiet
  • Öffnungszeiten inklusive Feiertagen und Betriebsferien
  • Telefonnummer, unter der wirklich jemand abhebt
  • Adresse der eigenen Website

Lohnt zusätzlich

  • Leistungen einzeln eintragen, jede mit einem Satz Beschreibung
  • Beschreibung mit 400 bis 750 Zeichen in normaler Sprache
  • Attribute wie barrierefreier Zugang, Parkplatz, Kartenzahlung
  • Eröffnungsdatum — es stützt die Glaubwürdigkeit des Eintrags
  • Buchungs- oder Kontaktlink, wenn es einen gibt
  • Frage-und-Antwort-Bereich mit den drei häufigsten Fragen selbst befüllen

Der Name ist die einzige Angabe, bei der Kreativität ausdrücklich schadet: „Elektro Meier Neuss Wallbox Notdienst“ verstößt gegen die Richtlinien und kann zur Sperrung führen. Der Ortsbezug entsteht über Adresse und Kategorie, nicht über den Namen.

Bildmaterial

Welche Fotos ins Profil gehören

Profile mit echten Fotos bekommen deutlich mehr Routenanfragen und Anrufe. Handybilder reichen — Tageslicht vorausgesetzt.

Außenansicht mit Schild

Damit Leute dich wiedererkennen, wenn sie davorstehen. Das meistgeklickte Foto in fast jedem Profil und das erste, das fehlt.

Innenraum

Ein bis drei Aufnahmen, die zeigen, wie es bei dir aussieht. Nimmt die Unsicherheit vor dem ersten Besuch.

Team oder Inhaber

Ein Gesicht wirkt stärker als jedes Logo. Bei inhabergeführten Betrieben oft das überzeugendste Bild überhaupt.

Arbeitsergebnisse

Vier bis acht Aufnahmen dessen, was du herstellst, reparierst oder gestaltest. Vorher-Nachher-Paare funktionieren besonders gut.

Fahrzeug oder Werkstatt

Bei Betrieben, die zum Kunden fahren, ersetzt das die fehlende Außenansicht und macht dich im Ort wiedererkennbar.

Logo und Titelbild

Zwei Pflichtfelder, die Google getrennt behandelt. Beide setzen, sonst wählt Google selbst ein Foto aus — meist nicht deins.

Überall dieselben Angaben — die halbe Stunde mit dem besten Verhältnis

Name, Adresse und Telefonnummer müssen auf deiner Website, im Unternehmensprofil und in allen Verzeichnissen exakt gleich geschrieben sein. Nicht sinngemäß gleich — gleich. „Elektro Meier GmbH, Hauptstr. 4“ und „Elektro Meier, Hauptstraße 4“ sind zwei Datensätze, die einander widersprechen.

Google gleicht diese Angaben quer über das Netz ab und wird bei Widersprüchen vorsichtiger damit, welchen Eintrag es prominent zeigt. Der Aufwand, das einmal zu vereinheitlichen, liegt bei einer halben Stunde; der Effekt ist größer als bei den meisten bezahlten Maßnahmen.

Praktisches Vorgehen: Schreib deine Angaben einmal in eine Textdatei — genaue Schreibweise von Name, Straße, Postleitzahl, Ort, Telefonnummer mit Vorwahl im internationalen Format — und kopiere sie ab jetzt ausschließlich von dort. Wenn du umziehst oder die Nummer wechselst, arbeitest du dieselbe Liste einmal von oben nach unten ab.

Prüfen kannst du das in zehn Minuten: Such nach deinem Firmennamen in Anführungszeichen und sieh dir die ersten zwanzig Treffer an. Alte Adressen und tote Nummern in Verzeichnissen sind der häufigste Fund — und meist mit einer E-Mail korrigiert.

Bewertungen

Wie man Bewertungen bekommt, ohne aufdringlich zu sein

So funktioniert es

  • Direkt nach dem Auftrag fragen, solange der Eindruck frisch ist
  • Einen kurzen Link mitgeben, statt „Sie finden uns bei Google“ zu sagen
  • Auf jede Bewertung antworten, auch auf die knappen
  • Bei Kritik sachlich bleiben und eine Lösung anbieten — das lesen alle anderen mit
  • Gleichmäßig fragen statt zwanzig Bewertungen in einer Woche zu sammeln

So macht man es kaputt

  • Bewertungen kaufen oder Mitarbeitende schreiben lassen
  • Rabatte, Gutscheine oder Gewinnspiele für positive Bewertungen anbieten
  • Nur zufriedene Kunden gezielt einladen und andere aussparen
  • Kritik ignorieren oder patzig beantworten
  • Vom Betriebsrechner aus bewerten lassen — dieselbe Verbindung fällt auf
Häufige Fragen

Fragen zum Unternehmensprofil

Ich habe kein Ladenlokal. Kann ich trotzdem ein Profil haben?

Ja. Du kannst ein Profil als Dienstleister mit Einsatzgebiet anlegen und deine Adresse verbergen. Genau dafür ist diese Variante gedacht — sie gilt für Handwerk, Coaching und alle, die zum Kunden fahren. Das Einsatzgebiet sollte realistisch bleiben: Zwanzig Landkreise wirken weder glaubwürdig noch helfen sie.

Muss ich Beiträge im Profil veröffentlichen?

Nein, das ist optional. Aktualität hilft, aber ein vollständiges Profil mit guten Fotos und Bewertungen wirkt deutlich stärker als wöchentliche Beiträge in einem sonst leeren Eintrag. Wenn du Beiträge nutzt, dann für Anlässe mit echtem Neuigkeitswert: Feiertagszeiten, neue Leistung, Betriebsferien.

Was verlinke ich als Website?

Deine Startseite. Wenn du eine Seite hast, die genau zur Hauptkategorie passt, kannst du auch diese verlinken — wichtig ist nur, dass die Adresse erreichbar ist und dieselben Kontaktdaten zeigt wie das Profil.

Kann ich eine negative Bewertung löschen lassen?

Nur, wenn sie gegen die Richtlinien verstößt: Beleidigung, offensichtlich falscher Betrieb, Werbung, kein echter Kundenkontakt. Unzufriedenheit allein ist kein Löschgrund. Melden ist möglich, dauert und führt oft zu nichts — eine sachliche öffentliche Antwort wirkt in fast allen Fällen besser als der Versuch, die Bewertung loszuwerden.

Was passiert bei einem Umzug?

Adresse im Profil ändern statt ein neues Profil anzulegen — nur so bleiben die Bewertungen erhalten. Danach dieselbe Änderung auf der Website und in allen Verzeichnissen nachziehen. Rechne zwei bis vier Wochen ein, bis sich die Platzierungen am neuen Standort einpendeln.

Wie hängt das mit meiner Seitenwirkung-Website zusammen?

Deine Website liefert Adresse, Telefonnummer und Öffnungszeiten automatisch als strukturierte Daten aus. Wenn dieselben Angaben im Profil stehen, bestätigen sich beide gegenseitig — genau das will Google sehen.

Profil und Website gehören zusammen

Damit sich beide gegenseitig bestätigen, müssen Adresse, Telefonnummer und Öffnungszeiten übereinstimmen. Bei Seitenwirkung stehen sie automatisch als strukturierte Daten in deiner Seite.