Tageslicht nutzen
Am Fenster oder draußen im Schatten. Deckenlampen erzeugen gelbe, flache Bilder — der häufigste Grund, warum Handyfotos billig wirken.
Bilder sind das Erste, was wahrgenommen wird, und die häufigste Ursache für langsame Seiten. Beides lässt sich mit wenigen Regeln lösen — auch ohne Fotoausrüstung und ohne Bildbearbeitungsprogramm.
Sechs bis zehn gute Bilder reichen für eine vollständige Unternehmenswebsite. Mehr ist erlaubt, aber selten nötig — und jedes zusätzliche mittelmäßige Bild senkt den Eindruck vom Rest. Bildstrecken mit vierzig Aufnahmen wirken nicht großzügig, sondern ungefiltert.
Was du nicht brauchst: Symbolbilder von lächelnden Menschen mit Headsets, Handschlag-Fotos, Zahnräder, aufsteigende Diagramme. Sie füllen Fläche und sagen nichts — und die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass dasselbe Bild schon auf drei Seiten in deiner Stadt steht.
Moderne Handykameras reichen für eine Unternehmenswebsite völlig aus. Was Bilder billig aussehen lässt, ist fast nie die Kamera.
Am Fenster oder draußen im Schatten. Deckenlampen erzeugen gelbe, flache Bilder — der häufigste Grund, warum Handyfotos billig wirken.
Ein Kabel, ein Putzeimer, ein voller Schreibtisch: Was im Alltag unsichtbar ist, sieht man auf dem Foto sofort. Dreißig Sekunden aufräumen lohnt sich immer.
Der digitale Zoom verschlechtert das Bild spürbar. Zwei Schritte nach vorn kosten nichts und liefern ein schärferes Ergebnis.
Websites sind breiter als hoch. Hochformat wird beschnitten — meistens genau dort, wo das Wichtige war.
Ein Fingertipp auf das Hauptmotiv setzt Schärfe und Belichtung genau dorthin. Der einzige Bedienschritt, den die meisten auslassen.
Zehn Bilder derselben Szene kosten eine Minute. Beim Aussuchen am großen Bildschirm ist fast immer eines dabei, das deutlich besser ist als der erste Versuch.
Ein Foto aus einem aktuellen Handy hat schnell 4 bis 8 Megabyte. Vier davon auf einer Seite ergeben rund 25 Megabyte — im Mobilfunknetz sind das viele Sekunden Wartezeit. Ein erheblicher Teil der Besucher bricht vorher ab, ohne die Seite je gesehen zu haben, und Google bewertet die Ladezeit zusätzlich als Rangfaktor.
Die technische Lösung ist seit Jahren dieselbe: Bilder in mehreren Größen bereitstellen und dem Gerät jeweils die passende schicken, moderne Formate wie WebP oder AVIF verwenden, Bilder außerhalb des sichtbaren Bereichs erst beim Scrollen laden und Breite und Höhe im Quelltext angeben, damit beim Laden nichts springt.
Das klingt nach Arbeit und ist bei den meisten Baukästen und bei Seitenwirkung automatisch erledigt. Bei einer selbst betreuten WordPress-Installation ist es das nicht — dort ist die unkomprimierte Bildergalerie die mit Abstand häufigste Ursache für eine langsame Seite.
Was du in jedem Fall beisteuern solltest: Lade Bilder nicht größer als etwa 2.000 Pixel Breite hoch. Für jeden Bildschirm reicht das aus, der Upload geht schneller, und du gibst dem System weniger Gelegenheit, etwas falsch zu machen. Ein Foto direkt aus der Handykamera hat oft 4.000 Pixel und mehr.
Eine grobe Orientierung für das Ergebnis: Ein großes Bild über die volle Breite sollte am Ende unter 300 Kilobyte liegen, ein normales Inhaltsbild unter 150. Prüfen kannst du das ohne Werkzeug, indem du die Seite am Handy im Mobilfunknetz aufrufst und mitzählst.
Du musst dich in der Regel nicht entscheiden — aber es hilft zu wissen, warum ein Bild groß ist.
| Format | Gut für | Dateigröße | Hinweis |
|---|---|---|---|
| JPG | Fotos | mittel | Der zuverlässige Standard, den jedes Gerät seit dreißig Jahren versteht |
| WebP | Fotos und Grafiken | klein | Etwa 30 % kleiner als JPG bei gleichem Eindruck, überall unterstützt |
| AVIF | Fotos | sehr klein | Noch einmal deutlich sparsamer, moderne Browser können es |
| PNG | Logos, Screenshots | groß | Nur nehmen, wenn Transparenz gebraucht wird — für Fotos ungeeignet |
| SVG | Logos, Symbole | winzig | Skaliert verlustfrei; nur aus vertrauenswürdiger Quelle einbinden |
| HEIC | gar nichts im Web | klein | Das iPhone-Format. Vor dem Hochladen in JPG umwandeln lassen |
Praktisch heißt das: Fotografier wie gewohnt und lade JPG oder HEIC hoch. Ein gutes System erzeugt daraus selbst WebP und AVIF in mehreren Größen — genau das passiert bei Seitenwirkung mit jedem hochgeladenen Bild.
Jedes inhaltlich wichtige Bild braucht eine kurze Beschreibung — den Alternativtext. Er wird angezeigt, wenn das Bild nicht lädt, er wird von Screenreadern vorgelesen, und er ist die einzige Information, die Suchmaschinen über den Inhalt eines Fotos haben. Ein Bild ohne Alternativtext ist für einen blinden Besucher und für Google gleichermaßen eine leere Stelle.
Ein guter Alternativtext beschreibt, was zu sehen ist, in einem Satz und ohne Aufzählung von Suchbegriffen. Er ist kein Ort für Optimierung, sondern für Beschreibung — und paradoxerweise wirkt er dadurch besser, weil beschreibende Texte die passenden Wörter ohnehin enthalten.
Rein dekorative Bilder — Muster, Farbverläufe, Trennlinien — brauchen keinen Alternativtext. Sie bekommen einen leeren, damit Screenreader sie überspringen, statt den Dateinamen vorzulesen. Wer schon einmal gehört hat, wie ein Vorleseprogramm „img underscore 4 7 2 3 punkt j p g“ ausspricht, versteht den Unterschied sofort.
Neben dem Alternativtext lohnt eine zweite Kleinigkeit: sprechende Dateinamen. „badsanierung-altbau-neuss.jpg“ ist besser als „IMG_4723.jpg“, kostet fünf Sekunden beim Speichern und ist ein zusätzliches, wenn auch schwaches Signal.
Das Bild zeigt ein frisch gefliestes Badezimmer mit bodengleicher Dusche in einem Altbau. Drei Varianten, wie es beschrieben werden könnte:
Zu knapp: „Badezimmer“. Technisch vorhanden, inhaltlich wertlos. Weder ein Screenreader-Nutzer noch eine Suchmaschine erfährt daraus etwas, das über das Offensichtliche hinausgeht.
Keyword-Stuffing: „Bad Fliesen Neuss Sanitär Installateur günstig Badsanierung Handwerker“. Das ist keine Beschreibung, sondern eine Wortliste. Sie wird als solche erkannt, hilft nicht beim Ranking und ist für einen Vorleser eine Zumutung.
Gut: „Neu gefliestes Badezimmer mit bodengleicher Dusche in einem Altbau in Neuss“. Ein Satz, beschreibend, mit den relevanten Wörtern — die von allein darin vorkommen, weil sie das Bild beschreiben.
Als Faustregel: Stell dir vor, du beschreibst das Bild jemandem am Telefon, der es nicht sehen kann. Was du dann sagst, ist der Alternativtext. Was du nicht sagen würdest, gehört auch nicht hinein.
Einmal pro Bild durchgehen. Zusammen sind das keine zwei Minuten und ersparen dir die drei häufigsten Probleme.
Der letzte Punkt fällt am häufigsten durch: Auf breiten Bildschirmen wird oben und unten beschnitten, auf schmalen links und rechts. Motive, die genau am Rand stehen, verschwinden dabei.
Nur mit Lizenz. Ein Bild über die Google-Bildersuche zu finden, gibt kein Nutzungsrecht — auch dann nicht, wenn kein Wasserzeichen darauf ist und kein Urheber genannt wird. Nutze eigene Fotos, gekaufte Bilder oder Bilder aus einer Sammlung mit klarer Lizenz, und halte fest, woher jedes Bild stammt.
Nein. Ein Shooting ist eine gute Investition, wenn Bildwirkung dein Geschäft ist — bei Fotografie, Gastronomie, Kosmetik, Immobilien. Bei einem Handwerksbetrieb sind ehrliche Handyfotos vom echten Arbeitsergebnis oft überzeugender als inszenierte Aufnahmen mit Models.
Wer erkennbar abgebildet ist, muss zustimmen. Das gilt für Mitarbeitende genauso wie für Kundschaft und für Kinder besonders streng. Am besten schriftlich, mit dem Hinweis, dass die Zustimmung widerrufen werden kann — und mit einer Notiz, wer wann zugestimmt hat.
Nicht schlimm, aber wirkungslos. Der lächelnde Handwerker mit dem sauberen Blaumann aus der Bilddatenbank steht auf hunderten Seiten und wird von Besuchern inzwischen zuverlässig als Platzhalter gelesen. Ein echtes Foto deiner Werkstatt hat weniger Perfektion und mehr Wirkung.
Bei einem modernen System nicht. Es reicht, nicht das Maximum hochzuladen — etwa 2.000 Pixel Breite sind ideal. Bei einer selbst betriebenen WordPress-Seite ohne passende Erweiterung solltest du dagegen vorher verkleinern, sonst liegt das Originalbild in voller Größe auf dem Server.
Zehn bis fünfzehn gut komprimierte Bilder sind unkritisch, solange die Seite unter zwei Megabyte bleibt und Bilder außerhalb des Bildschirms verzögert laden. Bei einer Galerie mit fünfzig Aufnahmen gehört sie auf eine eigene Unterseite und nicht auf die Startseite.
Zuschnitt, moderne Formate, mehrere Größen und verzögertes Laden übernimmt Seitenwirkung für jedes Bild. Du wählst aus, wir kümmern uns um die Kilobyte.