Was kostet eine Website?
Die ehrliche Antwort lautet: zwischen 0 € und 50.000 €. Diese Spanne ist unbrauchbar — deshalb steht hier, wovon der Preis tatsächlich abhängt, was jedes Jahr dazukommt und womit du in deiner Situation rechnen musst.
- Einmalig
- 500–1.500 € beim Festpreis-Anbieter, 3.500–15.000 € bei einer Agentur
- Jedes Jahr
- 80–400 € für Domain, Hosting und Wartung — egal, wer gebaut hat
- Nie im Angebot
- Deine Arbeitszeit, das Bildmaterial und jede Änderung nach dem Start
- Kleiner Betrieb
- Unter 1.500 € einmalig ist realistisch, solange der Auftritt schlank bleibt
Warum dieselbe Frage vier verschiedene Antworten bekommt
„Website“ ist kein Produkt, sondern eine Sammelbezeichnung. Gemeint sein kann ein Informationsauftritt für einen lokalen Betrieb: acht Abschnitte, ein Kontaktformular, fertig. Gemeint sein kann ebenso ein Softwareprojekt mit Anbindung an die Warenwirtschaft, mehrsprachigen Inhalten und eigenem Redaktionssystem. Zwischen beidem liegt der Faktor 50 — und im Gespräch wird beides mit demselben Wort bezeichnet.
Der zweite Grund ist die Art der Abrechnung. Agenturen kalkulieren Stunden: Erstgespräch, Konzept, Entwurf, Abstimmungsrunden, Umsetzung, Korrekturen, Übergabe. Ein Tagessatz zwischen 800 und 1.200 € ist in Deutschland üblich, und selbst ein überschaubares Projekt bindet fünf bis fünfzehn Arbeitstage, sobald individuell entworfen statt aus einer Vorlage gebaut wird.
Der dritte Grund steht in keinem Angebot: Wie viel Vorarbeit bleibt bei dir? Ein Preis von 900 € kann am Ende teurer sein als einer von 2.400 €, wenn du im ersten Fall drei Abende lang Texte tippst und Fotos sortierst und im zweiten Fall zwei Stunden lang Fragen beantwortest.
Die einzige belastbare Antwort auf die Kostenfrage ist deshalb keine Zahl, sondern eine Aufstellung: Was ist im Preis enthalten, was kommt jedes Jahr dazu, und was musst du selbst leisten. Genau in dieser Reihenfolge geht dieser Beitrag vor.
Preisspannen nach Weg
Erfahrungswerte für den deutschen Markt bei einem kleinen Unternehmen ohne Sonderanforderungen.
| Weg | Einmalig | Laufend pro Jahr | Dein Zeitaufwand | Wer ändert später? |
|---|---|---|---|---|
| Baukasten selbst gebaut | 0 € | 120–360 € | 10–40 Stunden | du, jederzeit |
| Vorlage gekauft und selbst gefüllt | 40–120 € | 60–200 € | 15–50 Stunden | du, mit Einarbeitung |
| Festpreis-Anbieter | 500–1.500 € | 80–250 € | 1–4 Stunden | meist du |
| Freelancer | 1.200–5.000 € | 100–400 € | 5–12 Stunden | er, nach Aufwand |
| Agentur | 3.500–15.000 € | 300–1.200 € | 10–25 Stunden | sie, nach Stundensatz |
Die letzte Spalte wird beim Vergleich fast immer übersehen und entscheidet über die Kosten der nächsten fünf Jahre. Wer jede Textänderung einkaufen muss, zahlt ab dem zweiten Jahr regelmäßig mehr, als der Aufbau gekostet hat.
Woraus ein Angebot tatsächlich besteht
Wenn du ein Angebot über 3.200 € in der Hand hältst, steht dort meist eine einzige Zeile: „Erstellung Unternehmenswebsite“. Vergleichen kannst du erst, wenn diese Zeile aufgeschlüsselt ist. In nahezu jedem Projekt verteilt sich der Aufwand auf dieselben sechs Posten:
- Konzept und Struktur — 0,5 bis 2 Tage. Welche Seiten gibt es, was steht wo, welche Frage beantwortet welcher Abschnitt.
- Gestaltung — 1 bis 4 Tage. Der eigentliche Entwurf. Dieser Posten entfällt bei Vorlagen fast vollständig und erklärt den größten Teil der Preisunterschiede.
- Umsetzung — 1 bis 5 Tage. Aus dem Entwurf wird eine funktionierende Seite: mobil geprüft, Formular getestet, Ladezeit gemessen.
- Inhalte einpflegen — 0,5 bis 2 Tage. Texte setzen, Bilder zuschneiden, Alternativtexte schreiben. Wird unterschätzt, weil es nach Fleißarbeit aussieht.
- Technische Grundlagen — 0,5 bis 1 Tag. Domain verbinden, Zertifikat, Seitentitel, Sitemap, Weiterleitungen von alten Adressen.
- Abstimmung und Korrekturen — 0,5 bis 2 Tage. Der Posten, der bei unklaren Absprachen aus dem Ruder läuft. Zwei Schleifen sind üblich, jede weitere wird berechnet.
Zähl die Tage zusammen und multipliziere sie mit dem Tagessatz. Passt das Ergebnis nicht zur Angebotssumme, ist der Preis geschätzt und nicht kalkuliert — was nicht automatisch schlecht ist, aber Nachfragen rechtfertigt.
Zugleich siehst du, welcher Posten bei dir entfallen kann. Wer Texte und Bilder fertig liefert, streicht anderthalb Tage aus der Rechnung. Wer sich auf eine Entwurfsrunde festlegt, noch einmal einen halben.
Die Posten, die in keinem Angebot stehen
Sie sind einzeln nicht groß, aber sie fallen sicher an. Und weil sie nirgends ausgewiesen werden, tauchen sie erst auf, wenn das Budget bereits verplant ist.
- Deine eigene Zeit. Inhalte zusammentragen, Preise abstimmen, Fotos aussuchen, Angaben prüfen. Das kann dir niemand abnehmen, weil nur du weißt, was du anbietest. Rechne mit fünf bis fünfzehn Stunden, unabhängig vom gewählten Weg.
- Bildmaterial. Eigene Fotos kosten Zeit, gekaufte Bilder 5 bis 50 € pro Stück, ein halbtägiges Shooting 400 bis 1.500 €. Kostenlose Symbolbilder gibt es reichlich — man sieht ihnen an, dass sie kostenlos waren.
- Änderungen nach dem Start. Beim Dienstleister nach Stunde, meist mit Mindestpauschale: zwei neue Absätze und ein aktualisierter Preis landen schnell bei 150 €. In Selbstpflege kostet derselbe Vorgang zehn Minuten.
- Der spätere Wechsel. Irgendwann willst du weg, oder der Anbieter hört auf. Dann zählt nur, ob Domain und Inhalte dir gehören. Ein Wechsel, bei dem alles neu geschrieben werden muss, kostet so viel wie ein zweites Projekt.
Frag deshalb vor jeder Unterschrift genau drei Dinge: Was kostet eine Textänderung nach dem Start? Komme ich ohne dich an meine Inhalte? Und auf wessen Namen läuft die Domain?
Was jedes Jahr fällig wird
Diese Posten fallen bei jedem Weg an — auch dann, wenn das Projekt einmalig abgerechnet wurde.
| Posten | Übliche Kosten | Was passiert, wenn er fehlt |
|---|---|---|
| .de-Domain | 5–20 € | Die Adresse wird frei und kann von anderen registriert werden |
| Webhosting | 36–200 € | Die Seite ist offline |
| HTTPS-Zertifikat | 0 € | Browser zeigen eine Warnung statt deiner Startseite |
| Aktualisierungen | 0–400 € | Bei Systemen wie WordPress ein reales Sicherheitsrisiko |
| Datensicherung | 0–120 € | Nach einem Fehler gibt es keinen Weg zurück |
| Inhaltspflege | 0 € oder Stundensatz | Die Seite veraltet — der häufigste Grund für Neubauten |
Bei Baukästen und Festpreis-Anbietern sind mehrere dieser Posten in einem Jahresbetrag zusammengefasst. Bei einer selbst betriebenen WordPress-Installation stehen sie einzeln auf der Rechnung — und die Aktualisierungen sind dort keine Empfehlung, sondern Pflicht.
Drei Wege, fünf Jahre, echte Gesamtkosten
Der Anschaffungspreis ist die kleinere Hälfte der Wahrheit. Nehmen wir denselben Betrieb — acht Abschnitte, ein Formular, zwei Textänderungen pro Jahr — und rechnen fünf Jahre durch.
Baukasten, selbst gebaut: 0 € Aufbau, 240 € im Jahr für Abonnement und Domain, Änderungen kostenlos. Nach fünf Jahren stehen 1.200 € auf der Rechnung, dazu rund 25 Stunden eigene Arbeit am Anfang.
Festpreis-Anbieter: 749 € einmalig mit zwölf Monaten Betrieb, danach 99 € im Jahr, Änderungen selbst. Nach fünf Jahren sind das 1.145 € und etwa zwei Stunden Aufwand.
Agentur: 4.500 € Aufbau, 480 € Betrieb im Jahr, zwei Änderungen à 120 €. Nach fünf Jahren sind es 8.100 € und rund fünfzehn Stunden Abstimmung.
Das sind Beispielwerte und keine Angebote. Das Verhältnis hält aber jeder Prüfung stand: Der Abstand zwischen den Wegen entsteht nicht beim Bauen, sondern beim Pflegen.
- Baukasten
- ≈ 1.200 €
- Festpreis
- ≈ 1.145 €
- Agentur
- ≈ 8.100 €
Welches Budget zu welchem Betrieb passt
Ein Ein-Personen-Betrieb, der überwiegend über Empfehlungen arbeitet, braucht keine 5.000-€-Website. Er braucht eine, die es überhaupt gibt, die stimmt und die auf dem Handy gut aussieht. Dafür reichen 500 bis 1.500 € einmalig — und die Zeit, die Inhalte einmal ordentlich aufzuschreiben.
Ein Betrieb mit fünf bis zwanzig Mitarbeitenden, der aktiv Kundschaft über Suchmaschinen gewinnen will, sollte eher mit 2.000 bis 6.000 € rechnen. Der Unterschied liegt selten in der Optik, sondern in der Menge an Inhalt: mehrere Leistungsseiten, echte Texte, eigene Fotos, laufende Pflege.
Über 6.000 € wird es erst sinnvoll, wenn die Website ein Vertriebskanal mit messbarem Umsatz ist — Terminbuchung, Shop, Angebotsstrecke, Kundenkonto. Ab dort rechnet man nicht mehr in Kosten, sondern in Rendite, und die Frage lautet nicht „was kostet das“, sondern „was bringt das pro investiertem Euro“.
Ein Hinweis, der selten gegeben wird: Setz nie das gesamte Budget in den Bau. Wer 3.000 € hat, fährt mit 2.000 € Website und 1.000 € für Fotos, Texte und die ersten Monate Pflege besser als mit einer 3.000-€-Seite, die anschließend mit Platzhaltertexten online geht.
Zehn Fragen, die jedes Angebot vergleichbar machen
Stell sie schriftlich und per E-Mail. Wer sie nicht beantwortet, hat sie in der Kalkulation nicht berücksichtigt.
Zum Preis
- Was genau ist im Festpreis enthalten — und was ausdrücklich nicht?
- Wie viele Entwurfs- und Korrekturrunden sind eingerechnet?
- Sind Texte und Bilder im Preis, oder liefere ich sie?
- Was kostet der Betrieb ab dem zweiten Jahr?
- Gibt es eine Mindestlaufzeit, und wie lange ist die Kündigungsfrist?
Zur Zeit danach
- Auf welchen Namen wird die Domain registriert?
- Was kostet eine Textänderung nach dem Start, und wie schnell ist sie online?
- Kann ich Inhalte selbst ändern — und wenn ja, welche?
- Bekomme ich beim Wechsel alle Daten und Bilder heraus?
- Wer ist erreichbar, wenn die Seite an einem Freitagabend ausfällt?
Ein seriöser Anbieter beantwortet diese Liste in zehn Minuten. Ausweichende Antworten auf Frage 6 und 10 sind das deutlichste Warnzeichen im ganzen Beschaffungsprozess.
Fragen rund um den Preis
Was kostet eine Website im Monat?
Bei Baukästen 10 bis 30 € monatlich, bei Festpreis-Anbietern rechnerisch 7 bis 20 €, bei einer betreuten Agenturseite 25 bis 100 €. Wichtig ist die Unterscheidung: Ein Monatspreis kann reiner Betrieb sein oder eine verteilte Ratenzahlung für den Bau. Im zweiten Fall gehört dir nach Vertragsende oft nichts.
Kann eine Website wirklich kostenlos sein?
Der Aufbau ja, der Betrieb nicht dauerhaft. Kostenlose Angebote finanzieren sich über Werbeeinblendungen, eine fremde Adresse wie meinbetrieb.anbieter.de oder Funktionen, die erst im Bezahltarif freigeschaltet werden. Für einen Gewerbebetrieb ist das Ergebnis in allen drei Fällen schwer zu vertreten.
Warum ist eine Agentur so viel teurer als ein Baukasten?
Weil du dort Arbeitszeit kaufst und nicht Software. Konzept, Entwurf, Abstimmung und Korrekturen sind Stunden, die jemand tatsächlich leistet. Das ist gerechtfertigt, wenn du individuelle Gestaltung, eine Strategie und einen Ansprechpartner brauchst. Es ist nicht gerechtfertigt, wenn am Ende eine gekaufte Vorlage mit deinem Logo dabei herauskommt — frag deshalb früh, ob individuell entworfen oder angepasst wird.
Was kostet zusätzlich ein Onlineshop?
Deutlich mehr, und zwar dauerhaft. Zu Aufbau und Betrieb kommen Zahlungsanbieter mit 1 bis 3 % pro Bestellung, Versandabwicklung, rechtliche Pflichttexte für den Fernabsatz und laufende Produktpflege. Realistisch beginnt ein ernst gemeinter kleiner Shop bei 2.500 € Aufbau und 600 € Betrieb im Jahr.
Kann ich eine Website in Raten bezahlen?
Viele Dienstleister bieten Teilzahlungen an, üblich sind 50 % bei Auftrag und 50 % bei Abnahme. Echte Ratenmodelle über zwei Jahre sind meist verkappte Mietverträge — dann solltest du im Vertrag nachlesen, wem die Seite am Ende gehört.
Lohnt sich eine teure Website für einen kleinen Betrieb?
Selten. Der Nutzen einer Website entsteht bei kleinen Betrieben fast vollständig aus drei Dingen: Sie ist auffindbar, sie beantwortet die typischen Fragen, und sie macht Kontaktaufnahme leicht. Alles drei bekommst du im unteren vierstelligen Bereich. Die teureren Projekte lohnen sich, wenn Gestaltung Teil des Produkts ist — bei Fotografie, Architektur oder gehobener Gastronomie.
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